orgel


Königliches Orchester in Zinn und Holz:

Die Orgel

„Königin der Instrumente“ nennt man die Orgel. Und diesen Titel trägt sie zu  recht: Ein ganzes Orchester kann sie erklingen lassen, von der Flöte bis zur Posaune. Über tausend Pfeifen hat die Leukerbadner Orgel. Sie sind entweder aus Zinn oder aus Holz gefertigt und haben die unterschiedlichsten Formen, je nachdem, welche Klangfarbe sie erzeugen sollen. Das Grundprinzip einer Orgel ist folgendes: Die Orgelpfeifen stehen auf einer Vielzahl von Holzkanälen, die mit Hilfe eines Gebläses unter einem ständigen Überdruck an Luft stehen. Mit Hilfe sogenannter Registerzüge, die der Organist vor oder während seines Spieles einstellt, wird erreicht, dass nur diejenigen Pfeifen Luftzufuhr bekommen, die die gleiche Klangfarbe haben.  Zieht z. B. ein Organist die Register Trompete und Posaune, dann können  durch das Drücken einer Taste nur  Pfeifen mit den Klangfarben Trompete und Posaune erklingen. Die Registriermöglichkeiten einer Orgel nennt man Disposition. Hinter der Registerbezeichnung steht die Länge der tiefsten Pfeife im alten Längenmass Fuss. Die längste, also tiefste Pfeife eines 8’- Registers hat normalerweise die Länge von 8 x 30 cm = 2,40 m.     

Das Öffnen und Schliessen von Ventilen bewirkt, dass nur die Pfeifen Luft bekommen, die die Tonhöhe der gedrückten Tasten haben. Sowohl die  Registerzüge als auch die Tasten sind über eine komplizierte Mechanik mit den Ventilen der Windkanäle und der Pfeifen verbunden. Der Organist spielt sowohl mit den Händen als auch mit den Füssen. Die Tasten für die Hände nennt man Manual, die Tasten für die Füsse Pedal. Mit dem Pedal spielt der Organist die Bass-Stimme eines Orgelwerkes.    

Die Orgel der Leukerbadner Pfarrkirche hat 19 Register, also 19 Klangfarben, die der Organist durch ziehen der Registerzüge nach Belieben miteinander kombinieren kann. Das Instrument stammt aus der Werkstatt des Walliser Orgelbauers Hans J. Füglister in Grimisuat und wurde im Rahmen der umfassenden Kirchenrenovation von 1989/1990 gebaut. Das Gehäuse im barocken Stil wurde von Restaurator Walter Furrer aus Brig marmoriert. Die Leukerbadner Orgel fügt sich optisch und akustisch hervorragend in den Kirchenraum des 19. Jahrhunderts ein. Organisten, die Konzerte auf dieser Orgel geben, schwärmen von ihrer Klangschönheit: Fachleute bezeichnen sie als ein Juwel der Schweizer Orgelbaukunst.