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Predigt zum «Sonntag des Wortes Gottes», 23./24. Januar 2021


Lesung:

Das Wort des Herrn erging an Jona: Mach dich auf den Weg und geh nach Nínive, der großen Stadt, und rufe ihr all das zu, was ich dir sagen werde!
Jona machte sich auf den Weg und ging nach Nínive, wie der Herr es ihm befohlen hatte.
Nínive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.
Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage und Nínive ist zerstört! Und die Leute von Nínive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an.
Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.
(Jona 3,1-5.10)


Evangelium:

Nachdem Johannes der Täufer ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
(Markus 1, 14-20)

 

Liebe Kirchenbesucherinnen und -besucher


Vielleicht haben Sie an diesen langen Winterabenden ohne Veranstaltungen die eine oder andere Fernsehserie angeschaut. Gespannt wartet man auf die nächste Folge, oder kann eine nach der anderen auf Netflix und anderen Anbietern geniessen.

Das kleine Buch Jona hat nur vier Kapitel. Aber es liest sich spannend wie ein Krimi: „Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört!“ Dies kündigt Jona der grossen Stadt an. Ninive war die Hauptstadt der bedeutenden Militärmacht Assyrien; eine feindliche, verruchte und gottlose Stadt in den Augen Israels. Dieser Stadt soll Jona im Auftrag Gottes die Zerstörung ankündigen!


Kein Wunder, versucht er nach der ersten Aufforderung zu fliehen. Genau in die andere Richtung läuft er Gott und dem Auftrag davon. Dann folgt wohl der bekannteste Teil der Erzählung: Jona fährt mit einem Schiff weg. Es kommt grosser Sturm auf. Die ganze Ladung wird über Bord geworfen und doch kehrt keine Ruhe ein. Es braucht eine andere Lösung. Die Seeleute bitten Jona, zu seinem Gott um Hilfe zu rufen. Schliesslich werfen sie das Los, um zu erfahren, wer an dem Unheil schuld ist. Das Los fällt auf Jona. Er wird über Bord geworfen. - Schluss der ersten Folge…


Aber es geht gleich weiter: Das Meer beruhigt sich, und auf wundersame Weise wird auch Jona gerettet. «Gott schickte einen grossen Fisch, dass er Jona verschlinge», heisst es. Jona bleibt drei Tage und Nächte im Bauch des Fisches und betet zu Gott. Er spricht über seine Not und dankt für seine Rettung. «Du holtest mich lebendig aus dem Grab herauf, mein Gott.»
Das Gebet des Jona erstaunt mich. Er ist doch noch immer im Bauch des Fisches und dort höchstens vorläufig gerettet. Aber er spricht zu Gott, wie wenn er schon gerettet wäre. Es kommt mir vor, als ob Jona sich selber zu trösten suchte: Es wird schon gut kommen! Von Gott kommt die Rettung!
Und so geschieht es dann auch: Der Fisch spuckt Jona ans Land.


Was wir in der Lesung gehört haben, ist der Anfang der dritten Folge (des 3. Kapitels). Nun macht Jona ernst mit dem Auftrag, wenn auch etwas halbherzig. Obwohl die Stadt drei Tagesstrecken gross ist, geht er nur einen Tag hinein und verkündet das Unheil: «Noch 40 Tage und Ninive ist zerstört!» Anders als es die Propheten sonst tun, ruft er nicht zur Umkehr auf.
Umso überraschender ist die Reaktion des angeblich gottlosen Ninives. Nicht nur die Leute von Ninive rufen ein Fasten aus. Selbst der König zeigt Reue, tut Busse und befiehlt selbst den Tieren, zu fasten und sich in Bussgewänder zu hüllen! Wirklich alle sollen umkehren und zu Gott rufen.
Und wir lesen weiter: «Gott sah ihr Verhalten. … Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.» Happy End?


Nicht, wenn es nach Jona geht. Es gibt noch eine vierte Folge. Mit dieser soll das Ziel der märchenhaften Erzählung für die Leserinnen und Hörer noch deutlicher werden. Jona grollt Gott und redet sich heraus: «Habe ich das nicht schon gesagt, als ich noch daheim war? Darum wollte ich ja fliehen. Ich wusste doch, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld und Treue, und dass dich deine Drohungen reuen.» Er wünscht sich sogar den Tod. Die letzte Folge geht noch weiter, doch ich unterbreche hier, weil wir nun auf den Kern der Erzählung gestossen sind.


Gott ist barmherzig, langmütig und treu. Diese formelartige Zuschreibung findet sich – in kleinen Varianten – mehrmals im ersten Testament (Exodus 34,6; Joël 2,13; Jona 4,2). Dies ist der Gott Abrahams, Isaaks, Jakobs und ihrer Frauen. Dies ist auch der Gott des Juden Jesus. Sein Evangelium, seine frohe Botschaft verkündete er in Worten und mit seinen Taten. Wie Jona ruft auch Jesus zu Umkehr auf bei seinem ersten Auftreten. Doch voraus geht keine Drohung, sondern vielmehr eine Ansage: «Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.»
Das Reich Gottes meint keinen politischen Staat. Vielmehr ist es etwas Dynamisches. Es lebt von der Vorstellung des gelungenen Miteinanders der Menschen untereinander und mit Gott. Es ist ein Raum des Aufatmens auch für jene, die leiden, und jene am Rande der Gesellschaft. Es beginnt schon jetzt, und wird sich erfüllen am Ende der Zeit als Reich der Gerechtigkeit und des Friedens.
Das motiviert zur Umkehr und Nachfolge!


Sind das alles nur grosse Worte? Lesen Sie weiter im Markusevangelium: Es erzählt davon in Bildern und Gleichnissen – ebenso spannend wie die Erzählungen des Ersten Testaments. Der «Sonntag des Wortes Gottes» will dazu ermutigen, die Bibel zur Hand zu nehmen und sie wie einen Spiegel für die eigenen Freuden und Sorgen, das eigene Leben, zu lesen. Nichts Menschliches ist Gott fremd.
Besonders die Psalmen laden dazu ein, das eigene Leben im Gebet vor Gott zu tragen. Nicht nur Dank, Lob und Bitte. Auch Klage, Zorn und Wut. Wie Jona. All dies einem Gegenüber anzuvertrauen, von dem es heisst: Gott ist barmherzig und gerecht, geduldig und treu.
Gerade in diesen Zeiten der Pandemie haben viele Grund zur Klage. Ich möchte meine Predigt schliessen mit einem modernen Psalm von SAID, einem muslimischen Poeten:

      herr

         rühme mich

         denn ich habe viel ausgehalten

         ohne ein zeichen von dir

         vielleicht bist du nur das echo von meinem schrei

         doch dann hilf mir

         aus meiner klage ein lied zu machen

         an dem sich kommende fremde erwärmen können[1]


Franziska Loretan-Saladin, Gastpredigerin aus Luzern


[1] SAID, Psalmen, München, Verlag C.H. Beck, 2007 (3. Aufl. 2010)



Gottesdienst

Inzwischen haben Staat und Bistum Sitten vereinbart, dass ab dem 1. Dezember wieder maximal 50 Personen an den Gottesdiensten teilnehmen dürfen. Nach wie vor gelten die Schutzmassnahmen: Abstand und Schutzmaske. Somit entfällt bei uns vorläufig die Bedingung, dass man sich für eine Teilnahme am Gottesdienst anmelden muss, da wir erfahrungsgemäss nie mehr als 50 Personen sind, die den Gottesdienst besuchen.  


Leukerbad, Anfang November 2020                              I.N. Jean-Marie Perrig, Pfarrer 



Krankenpastoral und Mahlzeitendienst

Die Erfahrung zeigt, dass kranke und/oder betagte Mitmenschen froh sind, wenn sie von Zeit zu Zeit daheim die heilige Kommunion empfangen können. Darum ist es wichtig, dass sie sich selbst oder ihre Angehörigen dies beim Pfarramt melden.


Für ältere Menschen, denen es Mühe bereitet, selber Mahlzeiten zu bereiten, gibt es die Möglichkeit, den Mahlzeitendienst anzufordern.


Weitere Informationen diesbezüglich sind beim Sozialmedizinischen Dienst in Susten  (027 922 31 60) zu haben.

 

Treff 60+

Leukerbad, Albinen, Inden 

Leider hat uns Corona wieder ein Schnippchen geschlagen.

Bis auf Weiteres können wir nicht mehr Vorträge anhören und gemütlich beieinander sitzen. Vielleicht hilft

ab und zu ein spontaner Telefonanruf. Es wäre auch möglich (falls gewünscht), eine Art Telefontreff zu organisieren,

um sinnvolle oder lustige Sprüche und Anregungen für Kurzweil auszutauschen. Wer Interesse hat, kann seine

Telefon- oder Natel-Nummer oder die Mail-Adresse senden.

Sobald wir von euch Rückmeldungen haben, werden wir euch Details bekannt geben.

    

Mittagstisch

Corona bedingt entfällt bis auf weiteres der Mittagstisch. Der Neustart wird hier bekannt gegeben. 

 

Kauf von Beileidskarten, sakralen Gegenständen und Schriften

Nach wie vor empfehlen wir den Kauf von Beileidskarten unserer Pfarreiregion. Der Erlös kommt der jeweiligen Pfarrei zugute. Ebenfalls können bei uns sakrale Gegenstände wie auch Kleinschriften gekauft werden.

 

Jugendlokal

Das Jugendlokal im Pfarreizentrum von Leukerbad ist unter Einhaltung der Vorsichtsmassnahmen und Regeln wieder offen.

Die Öffungszeiten sowie die entsprechenden Informationen und Reglen sind unten aufgeführt. (bitte anklicken und öffnen).

Allgemeine_Information_Jugendlokal.pdf

Regeln_für_Besuchende.pdf 


Bibel-Teilen und Taizé-Gebet

Auch im 2021 sind Interessierte von nah und fern herzlich zu den monatlich stattfindenden Feiern in der Antoniuskapelle oder in der Pfarrkirche von Inden eingeladen.


Sich auf das Wort Gottes einlassen und mit andern teilen, was einen berührt und beeindruckt; versuchen herauszufinden, was dieses Wort für uns heute konkret bedeutet; Gesang, Gebet, Stille, Entspannung, Gemeinschaft erleben - das versprechen die Feiern, welche an folgenden Donnerstagen von 18.00 bis 19.00 Uhr stattfinden: 21. Januar, 25. Februar, 18. März, 29. April, 20. Mai und 17. Juni.



Zu beiden Angeboten ist jeder und jede herzlich willkommen - unabhängig von Alter, Konfession, Vorkenntnissen usw. und unabhängig davon, ob man regelmässig oder nur ab und zu kommen möchte. Die Hin- und Rückfahrt mit dem Bus ist gewährleistet.